So hatte ich mir den Start zur Verwirklichung meines Traums, ein eigenes Keramik-Label im Nebengewerbe aufzubauen, von dem ich eines Tages leben kann, wirklich nicht vorgestellt. Mit einer Mischung aus Blauäugigkeit und Naivität habe ich losgelegt und musste schnell feststellen, dass der Aufbau einer eigenen Existenz im Online-Handel nicht von heute auf morgen gelingt. In meinem Jahresrückblick 2024 erfahrt ihr ganz persönliche Hürden und Errungenschaften in meinem ersten Jahr.
Im letzten Jahr war ich so besessen von der Idee, dass mein Label sofort perfekt aufgestellt sein müsste: Mein Etsy-Shop sollte von Anfang an reibungslos Verkäufe generieren, ich durfte mir keine Fehler erlauben, keine Ruhepausen gönnen. 24/7 Arbeitstage halt. Dieser ständige Leistungsdruck, das unaufhörliche Aneignen von neuem Wissen, der Zeitstress und mein unermüdlicher Arbeitsdrang führten schließlich dazu, dass ich Ende des Jahres zusammenbrach. Eine hartnäckige und heftige Erkältung setzte mich außer Gefecht – jeder Muskel, jeder Knochen tat mir weh.
Kurz vor Weihnachten stieß ich dann zufällig auf einen Aufruf von Judith Peters, die empfahl, einen Jahresrückblog für 2024 zu schreiben. Blog like nobody´s reading.

Mein erster Gedanke war: „Oh Gott, muss das jetzt auch noch sein?“ Auf so eine Idee wäre ich selbst nie gekommen!“ Doch nach etwas Überlegen beschloss ich, die Gelegenheit zu nutzen, um die Gedankenflut, die sich im vergangenen Jahr angesammelt hatte, zu ordnen und zu verarbeiten, so dass ich das vergangene Jahr getrost hinter mir lassen kann.
Ich erkannte, dass es beim Schreiben meines Jahresrückblicks 2024 nicht darum geht, möglichst viele Leser:innen zu erreichen oder mich wichtig zu machen, sondern darum, mir selbst etwas Gutes zu tun. Dieser Blog ist meine Möglichkeit, meine positiven und negativen Gedanken zu sortieren, all das Wissen, das ich mir im letzten Jahr angeeignet habe, zu reflektieren und auszumisten, und die besten Erkenntnisse für meine Ziele in 2025 herauszufiltern.
Am Ende komme ich zu einer entscheidenden Erkenntnis: Ich schaffe die Verwirklichung meines Traums – und zwar mit der Freiheit und in meinem Tempo, nach meinen eigenen Regeln und ohne Leistungsdruck!
Meine Themen und Highlights in 2024
Mein Weg in die Selbständigkeit im Nebengewerbe
Schon lange hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mich mit meiner Leidenschaft für Keramikkunstwerke selbstständig zu machen und ein kleines nachhaltiges Business aufzubauen. Hauptberuflich manage ich die Bürotätigkeiten meines Mannes, der ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen führt. Dabei habe ich das große Glück, mir den Großteil meiner Arbeitszeit flexibel einteilen zu können. Meine Kinder sind inzwischen erwachsen und im Teenager-Alter und kommen gut alleine zurecht.
Dann gibt es noch den neun Jahre Altersunterschied zwischen meinem Mann und mir: Durch seine körperlich belastende Arbeit spürt er zunehmend die Auswirkungen seines Berufs, und es ist ungewiss, wie lange er diesen noch ausüben kann. Für mich stand fest: Eine Rückkehr in eine angestellte Bürotätigkeit – vielleicht sogar in einem Großraumbüro – kam nach Jahren selbstbestimmten Arbeitens nicht infrage.
Meine Entscheidung, ein eigenes Label in einer weltweit schwierigen und unsicheren Finanzlage sowie Mitten in einer kriegsherrschenden Weltlage zu gründen, fiel schließlich im Dezember 2023. Auf einem Weihnachtsmarkt erhielt ich so viele positive Rückmeldungen zu meinen Keramikkunstwerken, dass ich wusste: Das ist mein Weg. Ich fühlte mich dank der Selbstständigkeit meines Mannes in der Lage, das nötige Wissen für den Aufbau eines eigenen Labels zu haben. So dachte ich – ziemlich blauäugig, wie sich bald herausstellte. Buchhaltung? Das würde unser Steuerberater schon regeln.
Der Startschuss: Mein Label entsteht
Zunächst musste ein Firmenname her, der meine Produkte und ihre Botschaft repräsentierte und noch als Domain sowie auf Social Media-Plattformen verfügbar war. Nach unzähligen Brainstorming-Sitzungen, einem rauchenden Kopf und vielen schlaflosen Nächten stand der Name endlich fest: HEARTMADE4HOME. Ich wählte meine Lieblingsfarbe Türkis als Hauptfarbe und ergänzte sie mit vier weiteren harmonischen Tönen für mein Branding.

Die Formalitäten wie Gewerbeanmeldung, Eintrag bei der Handwerkskammer, Finanzamt und erste Website-Gestaltung waren vergleichsweise einfach. Doch dann kamen die Herausforderungen: Stundenlang hörte ich Podcasts und schaute YouTube-Videos, um den Aufbau eines Etsy-Shops zu verstehen. Schnell wurde mir klar, dass Themen wie Verpackungslizenzen und die rechtliche Einbindung gesetzlicher Vorgaben deutlich komplexer waren, als ich erwartet hatte.
Mein Etsy-Shop: Ein aufregender Start
Am 2. Januar 2024 war es so weit: Ich eröffnete meinen Etsy-Shop. Voller Aufregung saß ich stundenlang am Computer, stellte meine ersten Artikel ein, schoss unprofessionelle Fotos, schrieb Produktbeschreibungen, legte Verkaufspreise (zunächst Pi mal Daumen) fest, suchte nach Keywords, recherchierte die Versandkosten,…
Eines späten Abends erhielt ich eine Nachricht mit einem Etsy-Label: Mein erster Verkauf! Vor Aufregung machte ich fast einen Salto. Die Nachricht war auf Englisch, aber ich dachte mir: „Kein Problem, mein Schulenglisch und Online-Übersetzer helfen weiter.“ Bankdaten bestätigen? Klar, dachte ich, schließlich soll das Geld bei mir ankommen. Erst bei der Aufforderung, ich solle meinen aktuellen Kontostand eingeben, schrillten die Alarmglocken. Es war zu spät: Ich war auf eine Spam-Nachricht hereingefallen. Ich sperrte sofort meine EC-Karte und fühlte mich wie ein Idiot. So etwas war mir noch nie passiert – ich war immer skeptisch gewesen. Aber in meiner Euphorie hatte ich nicht richtig nachgedacht.
Der erste echte Verkauf: Ein unvergesslicher Moment
Wochenlang arbeitete ich weiter an meinem Shop. Ich erstellte neue Keramiken (du brauchst ja mindestens 40 Artikel in deinem Etsy-Shop), optimierte meinen Shop-Auftritt und meine Website, postete unregelmäßig auf Instagram und Pinterest– doch die Resonanz blieb aus. Nur wenige Besucher:innen fanden täglich in meinen Shop. Und dann diese von allen meinen Etsy-Besuche:innen einsehbare öffentliche Information: 0 Verkäufe.
Am 11. März 2024, während ich einen epischen Wäscheberg bügelte, hörte ich plötzlich einen ungewöhnlichen Ton auf meinem Handy: „Katsching!“ Es war meine erste echte Bestellung! Ich schrie vor Freude, hüpfte durch das Haus und teilte den Moment mit meiner Familie. Pia, meine erste Kundin, bleibt unvergessen. Ihre Begeisterung führte sogar dazu, dass sie gleich noch einmal bestellte, als ihr erstes Päckchen ankam. Ihre liebevollen Bewertungen und die Fotos ihrer Einkäufe habe ich eingerahmt – sie sind bis heute eine Motivation für mich.




Der Weg nach oben: Lernen und Optimieren
Nach den ersten Bestellungen begann ich, mich intensiver mit Themen wie SEO und Kalkulation auseinanderzusetzen. Im April absolvierte ich einen SEO-Kurs bei Dagmar von Kassenklingeln. Ich lernte, wie wichtig passende Keywords und präzise Artikelbeschreibungen sind – und stellte fest, dass ich bisher vieles falsch gemacht hatte. Vielen Dank Dagmar, das war eine gute Investition und deine professionellen nicht aufdrängende Podcast höre ich regelmäßig.
Auch die Kalkulation war ein Aha-Erlebnis. Mir wurde klar, dass ich nicht mit Stundenlöhnen von 15 oder 20 Euro rechnen kann, wenn ich langfristig von meinem Label leben möchte. Ich musste sämtliche Kosten – von Etsy-Gebühren bis hin zur Stromrechnung – einpreisen und auch eine angemessene Gewinnspanne für mich kalkulieren. Als ich die ersten Produkte neu berechnete, war ich zunächst schockiert. Doch heute bin ich überzeugt: Meine Preise sind fair und angemessen.
Ich und soziale Medien?
Wie ich schnell herausgefunden habe, lagen meine schleppenden Verkäufe an meiner mangelnden Sichtbarkeit. Bei der Vielzahl an Online-Händlern muss man sich von der Masse abheben, sichtbar werden und vor allem eine klare Nische finden. Ohne Auffindbarkeit gibt es keine Besuche im Shop. Ohne Besuche keine Verkäufe. Ohne Verkäufe kein Vertrauensaufbau. Und ohne ein klares Bild vom Zielkunden weder die richtige Ansprache noch das passende Angebot. Daran hatte ich bei der Gründung meines Labels nicht gedacht.
Ich war es aus dem Handwerksbetrieb meines Mannes gewohnt, dass Neukunden über Empfehlungen oder gelegentliche Werbeanzeigen zu uns kamen. Strategisches Marketing? Davon hatte ich keine Ahnung.
Posten und Reels veröffentlichen, Kommentare schreiben? Damit hatte ich nichts am Hut. WhatsApp-Nachrichten mit meinen Kindern, Freunden und der Familie waren für mich Segen genug. Statusmeldungen? Fehlanzeige. Pinterest nutzte ich zwar schon seit Jahren leidenschaftlich, aber nur, um mir Pins zu merken – selbst gepinnt hatte ich nie etwas. Auf Instagram, Facebook oder Pinterest etwas zu posten? Daran war nicht zu denken.

Doch dann hieß es: Business-Account erstellen
Instagram und Pinterest waren zum Glück einfacher, als ich gedacht hatte. Facebook hingegen? Mein Konto wurde sofort aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen gesperrt. Ehrlich gesagt war ich anfangs sogar erleichtert – eine Aufgabe weniger. Aber mittlerweile nervt es, da viele Online-Kurse über Facebook-Gruppen laufen, und ich dadurch ausgeschlossen bin.
Mein Berufswunsch, Mediengestalterin zu werden, hat sich zwar nie erfüllt, aber ich kann mit Stolz sagen, dass ich ein gutes Gespür für Bildbearbeitung, Gestaltung und Farbkombinationen habe und mir die Erstellung von Anzeigen nicht wirklich schwer fällt. Im Laufe der Jahre habe ich mir zudem viel Wissen über Marketing selbst angeeignet.
Langsam begann ich, unorganisiert auf Instagram zu posten – zugegeben, noch ziemlich amateurhaft. Oft musste ich meine Kinder um Hilfe bitten. Auch auf Pinterest fing ich an, ab und zu etwas zu pinnen. Doch mittlerweile bin ich konsequenter: Ich pinne täglich auf Pinterest und poste mindestens zweimal pro Woche auf Instagram.
Natürlich sind meine Beiträge noch nicht im Geringsten optimal und könnten regelmäßiger und professioneller sein. Aber ich habe mir alles selbst beigebracht – sogar den Videoschnitt! Darauf bin ich richtig stolz. Es funktioniert zwar alles noch nicht perfekt, aber mit jedem neuen Video werde ich ein kleines bisschen besser.
Vergleiche dich nie mit anderen
Ein Tipp von Business-Profis lautet, die Shops und Produkte anderer Verkäufer:innen zu recherchieren und herauszufinden, was man besser machen kann. Das habe ich auch getan – und dabei hat sich bei mir teilweise ein gewisser Frust eingestellt.
Ich bin auf Beispiele gestoßen, die mich sprachlos gemacht haben:
- Keramiken werden als „100 % frostsicher“ beworben, obwohl sie das schlicht nicht sein können, weil sie weder hochgebrannt wurden noch über Möglichkeiten verfügen, dass Wasser abfließen kann. Sobald Wasser gefriert, entstehen Schäden – das ist unvermeidlich.
- Produkte mit Rissen oder unsauberer Verarbeitung werden ohne weiteres angeboten.
- Skulpturen mit wenig Liebe zum Detail, wie Glubschaugen, die vielleicht schnell zu fertigen sind, als trendig gelten oder schlicht auf mangelnde Sorgfalt hindeuten.
- Shops ohne AGBs oder klare Informationen über die Inhaber:innen.
- Produkte, die zu Preisen verkauft werden, die nicht einmal die Fertigungskosten decken, teilweise sogar versandkostenfrei.
Und doch: Einige dieser Shops gehören zu den „Verkäuferstars“. Glückwunsch an diese Mitbewerber:innen – und an die Käufer:innen, die solche handgefertigten „Schnäppchen“ erwerben!

Das wäre aber nicht ich. Ich trage mein Herz auf der Zunge, und man sieht mir aus zehn Metern Entfernung an, ob ich gut oder schlecht gelaunt bin. Ehrlichkeit ist mir wichtig, und ich könnte nie qualitativ minderwertige Produkte unter falschen Versprechungen anbieten. Vielleicht liegt das auch an meinem christlichen Glauben. Mein Ziel ist es, ein langlebiges Unternehmen aufzubauen und mir einen guten Namen zu machen – auf eine Weise, die ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann.
Zum Glück habe ich auch inspirierende Kolleg:innen unter meinen Mitbewerber:innen entdeckt! Ein Hoch auf alle Keramiker:innen, die Wert auf sorgfältige Verarbeitung legen, ehrlich bleiben und ihre Produkte zu gut kalkulierten, fairen Preisen anbieten. Euch gebührt meine volle Anerkennung – ihr zeigt, dass Handwerk und Integrität Hand in Hand gehen können!
Mein eigenes Business, meinen Hauptjob, Kinder, Haushalt, Haustiere und Privates unter einen Hut bringen
Ich kann es nur wiederholen: Mein Gott, war ich blauäugig. Töpfern erfordert unzählige Arbeitsprozesse – das ist nichts, was man abends gemütlich auf dem Sofa erledigen könnte, um am nächsten Tag fixfertige Produkte in den Shop zu stellen. Töpfern braucht Zeit, Geduld und Muse. Vom ersten Geistesblitz bis zum fertigen Produkt vergehen oft mehrere Wochen.

Zuerst fertige ich detailreiche Prototypen an, bis ein Werkstück genau meiner Vorstellung entspricht. Dann beginne ich mit der Serienproduktion von etwa fünf bis zehn Exemplaren. Es folgt eine zweiwöchige Trocknungszeit, in der die Objekte regelmäßig gewendet werden müssen. Nach dieser Phase überprüfe ich alles gründlich: Hat sich etwas verzogen? Gibt es Risse oder scharfe Kanten? Wenn nötig, schleife ich diese vorsichtig weg.
Dann wird der Rohling in den Ofen gestellt – vorsichtig und platzsparend. Doch auch hier lauern Risiken: Manchmal beschädige ich die empfindlichen, luftgetrockneten Stücke während der Trocknungszeit versehentlich selbst. In solchen Fällen ist die ganze Arbeit umsonst, und ich muss den Ton neu aufbereiten.
Der erste Brand (Schrühbrand) erfolgt bei 950 Grad und dauert etwa 24 Stunden. Danach räume ich den Ofen aus und reinige die Objekte mit Wasser, um den entstandenen Staub zu entfernen. Dann geht es ans Glasieren. Jede Glasur wird von Hand mit einem Pinsel in zwei Schichten aufgetragen. Anschließend reinige ich die Stellflächen, damit die Glasur beim nächsten Brand nicht an der Ofenplatte festbrennt.
Der Glasurbrand ist der letzte Schritt. Nach dem Brennen bei 1.250 Grad zu Steinzeug und Abkühlen nach ca. 27 Stunden räume ich den Ofen gespannt aus und begutachte jedes Stück sorgfältig. Nur, wenn die Qualität wirklich zu 100 % mit meinen Anforderungen stimmt, stelle ich die Objekte in den Shop ein.



Und jetzt bringe all diese aufwendigen Arbeitsschritte für die Produktherstellung unter einen Hut mit: einem Online-Shop, regelmäßigen Social-Media-Posts inklusive Bildbearbeitung, Buchhaltung, Websitepflege, meinem stressigen Hauptjob, meinen Kindern (die natürlich doch nicht so selbstständig sind, wie ich dachte), einem Hund, einer Katze, neun Hühnern, privaten Angelegenheiten und dem Haushalt.
Puh. Und jeden Tag kommen neue Informationen und Sichtbarkeits-Strategien hinzu, immer mit dem Ziel, einen mit 0 € Challenges, in denen die wichtigen Themen zart angeschnitten werden, einen scharf auf einen Kurs zu machen, der natürlich mit erheblichen Kosten verbunden ist, welche man als „Anfängerin“ eigentlich gar nicht aufbringen kann (und will..). Und das unter enormen Druck: Mit Countdowns und täglichen Erinnerungsmails, dass man JETZT schnell buchen muss, sonst gibt es keine Plätze mehr oder der Kurs wird teurer. Und immer mit der Kernaussage: Wenn du es jetzt nicht machst, sorry, dann hast du entweder nicht wirklich den Willen, ein stabiles langlebiges Label aufzubauen oder du musst dich halt damit abfinden, dass dich deine Mitbewerber überholen und du dann keine Chance mehr auf dem Markt hast.
Bis zu meiner Shop-Pause im Dezember war ich auf genau diesen Zug aufgesprungen und hatte mich selbst enorm unter Druck gesetzt. Ich arbeitete gefühlt 24/7 – ohne Pause, ohne Rücksicht auf mich selbst. Ich möchte jetzt nicht rummeckern, einerseits ist das Unterdrucksetzen von potenziellen Interessenten bekannterweise eine bewährte Marketingstrategie, doch mir persönlich wurde das Beschießen von Angeboten aus allen Richtungen irgendwann zu viel, gerade weil ich so perfektionistisch eingestellt bin.
Doch dann, während meiner Krankheitszeit, kam die Erleuchtung: So kann es nicht weitergehen. Das Jahr 2025 muss anders werden.
Wie meine Kinder mir immer wieder sagen: „Chill doch mal!“

Ich muss zugeben: Ja, ich war letztes Jahr mehrmals überfordert, hatte schlaflose Nächte, kam mir vor wie im Hamsterrad und war genervt von allem. Heulend fiel ich in eine Opferrolle. So viel Arbeit und doch so wenige Verkäufe? Keine Zeit für mich- nur dass ich ja alles richtig mache? Mehrmals hatte ich die Selbstzweifler-Gedanken „Was habe ich da bloß angefangen, was habe ich mir dabei eigentlich gedacht?“
Ich stellte mir immer und immer wieder die Fragen:
- Wozu braucht man bei wenigen Verkäufen unbedingt gleich von Anfang an einen Newsletter?
- Müssen in der Anfangsphase eines Label-Aufbaus tatsächlich mehrere Eier in verschiedene Nester verteilt werden? Heißt konkret möglichst gleich noch einen eigenen Online-Shop oder andere Plattformen neben einem Etsy-Shop eröffnen?
- Muss die neu gestaltete Website von Anfang an optimal gestaltet sein inkl. Blog?
- Muss ich wirklich täglich posten, wenn Social Media bis zu meiner Firmen-Gründung für mich nicht relevant war? Interessiert das eigentlich jemanden?
- Muss ich wirklich regelmäßig bei Rabattaktionen mitmachen?
- Muss ich wirklich immer up to date sein?
- Muss ich überhaupt dies und das?

Mein 2024 Fazit
Meine klare Erkenntnis : NEIN!!!
All die Informationsflut, was ich alles machen muss, um sichtbar zu werden und zu bleiben, all die enormen Anforderungen, die ich dann auch selbst an mich gestellt habe, all die Vergleiche mit meinen Mitbewerber:innen, hatten mich zwischenzeitlich weit weg gebracht von meiner eigentlichen Motivation, mich selbständig zu machen: Nämlich mit Herzblut und Leidenschaft Keramik zu erschaffen, die andere Menschen auch begeistert und ihnen ein Lächeln ins Gesicht bringen und Freude bereiten.
Ja, ich will mir ernsthaft ein eigenes kleines Reich aufbauen, will von meiner Leidenschaft leben können – aber nicht um jeden Preis und nicht mit diesem Druck von außen. In Zukunft möchte ich selbstbestimmt mein Unternehmen aufbauen.
Weitere schöne und besondere Momente in 2024







Worauf bin ich 2024 stolz?
- Auf meine Familie, die mich oft aus meinen Selbstzweifeln herausgeholt hat, mir Taschentücher gereicht hat, mich immer wieder motiviert und fest an mich glaubt!
- Dass ich 90 % meines Wissens zum Online-Business ohne fremde Hilfe angeeignet habe
- Dass ich mir selbst treu geblieben bin, sorry ich bin eine Macherin und schaue nicht zuerst nach Trends, sondern töpfere, was mir gefällt in den Farben, die ich liebe. Bei mir gibt es keine Glubschaugen und auch keine übergewichtigen Badefrauen, die wie tatsächlich in der Wirklichkeit, beim Anblick belächelt werden.
- Auf meinen Perfektionismus beim Tonen. Meine Keramiken sollen zu 100 % meinen Qualitätsstandards entsprechen, ansonsten werden sie als 2. Wahl zu einem günstigeren Preis angeboten.
- Dass ich selbst „fremde“ Kund:innen von meiner Kunst überzeugen konnte und nicht auf Verwandtschaftskäufe setzen musste.
Was war die beste Entscheidung, die ich in 2024 getroffen habe?
- Trotz allen Mühen dabei geblieben zu sein und meiner Leidenschaft endlich einen Namen gegeben zu haben und mich stetig weiterzuentwickeln.
- Den SEO-Kurs bei Dagmar von „Kassenklingeln“ zu belegen – eine echte Bereicherung für meinen Shop und mein Wissen!
- Der Pinterest-Booster mit Ramona Ding und die Entscheidung, einen KI-Guide zu nutzen. Ehrlich gesagt: Mein neuer bester Freund! Was für eine unglaubliche Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung im Marketing. Das ständige Ringen um die perfekten Texte hat mich vorher so viele Nerven gekostet!
- Und vor allem: Nie aufgegeben zu haben. Nicht nur reden, sondern machen!
Welche Lektionen hat mir 2024 mitgegeben?
1. NICHT VERRÜCKT MACHEN LASSEN: Instagram-Business-Profis und Blogger:innen schreien ständig: „Für einen erfolgreichen Online-Shop musst du das und das SOFORT machen, sonst hast du keine Chance!“ Aber mal ehrlich: Darauf kann ich verzichten. Ich müsste dafür meinen Hauptjob kündigen und ein hohes Risiko eingehen – das ist nicht mein Weg und das könnte ich meinem Mann auch nicht antun. Stattdessen habe ich 2024 bewusst die Weichen gestellt, herausgefunden, wie das Online-Business wirklich funktioniert, und baue mein Label in meinem eigenen Tempo auf.
2. DEM HERZEN FOLGEN: Mein Lebensmotto „Hör auf dein Herz“ hat mir bei den vielen Entscheidungen in diesem Jahr oft den richtigen Weg gezeigt.
3. MEINUNGEN SELEKTIEREN: Ich habe gelernt, mich nicht mehr von ungefragten, unsachlichen Meinungen herunterziehen zu lassen. Wenn ich jemanden um seine Meinung bitte und die Kritik wertschätzend ist, denke ich gerne darüber nach. Aber ungefragte Negativität? Die lasse ich abprallen.
4. EIN BISSCHEN BAUCHFETT KANN LEBEN RETTEN: Eine unerwartete Lektion, die ich meiner Hündin zu verdanken habe. Nach ihrer Kastration hatte sie etwas zugenommen – und das hat ihr im Juni das Leben gerettet. Sie wurde an einem Eisenzaun verletzt, aber der Spieß ging nur ins Bauchfett, sodass sie mit einer kleinen Operation gerettet werden konnte.
5. DAS LEBEN IST KOSTBAR: Der tragische Tod meines Schwagers mit 54 Jahren im September hat unsere Familie tief getroffen. Er wurde bei der Jagd vermutlich versehentlich von seinem eigenen Bruder erschossen. Die Kugel traf ihn direkt am Kopf. Noch immer klärt die italienische Staatsanwaltschaft die genauen Umstände auf. Dieser Verlust hat uns schmerzlich bewusst gemacht, wie schnell ein Leben vorbei sein kann.

Was habe ich 2024 über mich selbst gelernt?
1. KEINE SELBSTZWEIFEL MEHR AN MEINER PERSÖNLICHKEIT: Das ist mein Business, und ich stehe mit meinem Aussehen und meiner Authentizität für mein Label – genau so, wie Gott mich geschaffen hat. Anfangs hatte ich erhebliche Selbstzweifel und extrem hohe Ansprüche an mein Äußeres. Das führte dazu, dass ich kaum Bilder von mir in den sozialen Medien veröffentlicht habe.
Ich dachte: „Eine etwas introvertierte, nicht fotogene und übergewichtige Endvierzigerin mit Naturlocken, die je nach Wetterlage widerspenstig oder kaum zu bändigen sind? Dazu graue Ansätze, die spätestens nach drei Wochen wieder sichtbar werden? Jeden Tag perfekt geschminkt und gestylt, als ginge ich zu einer Hochzeit? Mit immer makellos lackierten Nägeln und rosigen, eingecremten Händen, um bloß professionell und gepflegt zu wirken? Und dann noch als Brillenträgerin, die ohne Sehhilfe inzwischen blind wie ein Maulwurf durch die Welt tappt? Und dann noch mit schwäbischem Dialekt? Halleluja.

Ich bin keine perfekte Stil-Ikone – ich bin eine Macherin. Perfektes Styling und ein durchgehend makelloses Äußeres gehören einfach nicht zu meinem Alltag. Natürlich lege ich Wert auf Hygiene: Ich dusche jeden Tag, putze meine Zähne, färbe regelmäßig meine grauen Ansätze und ziehe mich sauber an. Aber das Arbeiten mit Ton ist schlichtweg keine saubere Tätigkeit. Mein Arbeitsbereich und meine Kleidung sehen nach einer kreativen Phase oft aus, als hätte ich eine Schlammschlacht veranstaltet.
Und dann gibt es da noch meinen Hund, der mich voller Freude anspringt, wodurch Abdrücke auf meiner Kleidung landen. Oder die Momente, in denen ich spontan Unkraut im Garten rupfe, weil ich zufällig daran vorbeilaufe. Meistens kommen meine besten Ideen, wenn ich gerade nicht „optimal gestylt“ bin. Soll ich dann jedes Mal vor den Spiegel rennen, mich schminken, Haare kämmen und umziehen?
Nicht mehr!
Ich weiß, dass der erste Eindruck zählt, und ich gebe mir Mühe, einigermaßen präsentabel zu wirken. Aber ich habe gelernt, dass ich mich nicht von dieser Oberflächlichkeit treiben lassen will. Dieser Perfektionismus hat mich in meinem ersten halben Jahr als Selbständige so gestresst, dass ich beinahe alles hingeworfen hätte.
Ich bin, wie ich bin – authentisch, echt und voller Leidenschaft für meine Arbeit. Und genau das ist es, was zählt.
2. KEIN PERFEKTIONISMUS MEHR IM ALLTAG: Vor meiner Selbständigkeit war ich regelrecht besessen davon, ein stets sauberes und ordentliches Haus sowie einen perfekt gepflegten Garten zu haben. Ein kleiner Ausrutscher? Undenkbar ‚! Wenn meine Tochter ihren Joghurtbecher irgendwo stehen ließ, flog er augenblicklich in den Mülleimer. Wenn mein Sohn gekocht hatte und die Küche wie ein Schlachtfeld hinterließ – Arbeitsflächen voller Küchenutensilien, Gemüseabfälle und Verpackungen – habe ich sofort alles aufgeräumt und die Küche blitzblank geputzt.
Wäscheberge? Bei mir? Nie! Es wurde regelmäßig gewaschen und gebügelt. Unkraut im Garten? Das hatte bei mir keine Chance, weil ich es schon beim ersten Anzeichen des Wucherns ausgerissen habe.
Aber heute?
Das geht einfach nicht mehr. Meine Prioritäten haben sich geändert. Meine Kinder müssen jetzt im Haushalt mithelfen, und ich ziehe ernsthaft in Betracht, eine Haushälterin einzustellen. Die Bügelwäsche darf ruhig mal länger stehen bleiben.

Die Gartenarbeit? Die läuft nicht weg – das Unkraut ist nächste Woche schließlich auch. noch da.
FAZIT: Ich habe gelernt, dass nicht alles perfekt sein muss. Mein Fokus liegt jetzt darauf, meine Energie und Zeit sinnvoll zu investieren – in meine Familie, meine Arbeit und vor allem in mich selbst.
Erste Male: Das habe ich 2024 zum ersten Mal erlebt/gemacht
Wissensdurst wie nie zuvor: Seit Dezember 2023 habe ich mir in kürzester Zeit mehr Wissen angeeignet, als ich es seit meiner Schulzeit vor rund 30 Jahren getan habe. Dieses Wissen umfasst nicht nur den Aufbau meines Labels, sondern auch tiefere Erkenntnisse über mich selbst, meine Werte, meine Prioritäten und meine Vorstellungen vom Leben. Wenn ich ehrlich bin, kann ich darauf richtig stolz sein – learning by doing. Bis auf einen SEO-Kurs und eine kurze Pinterest-Booster-Schulung bei Ramona Ding habe ich mir alles rund um das Online-Business eigenständig beigebracht. Natürlich bin ich schon immer wissbegierig „man lernt nie aus“ aber in diesem Umfang in dieser kurzen Zeit? Und ehrlich gesagt: Hätte ich im Dezember 2023 gewusst, was 2024 alles auf mich zukommt, hätte ich es vermutlich NIEMALS begonnen. Und doch bin ich heute so froh, dass ich es gewagt und bisher durchgezogen habe.
Ein lang gehegter Traum wurde wahr: In der Weihnachtszeit habe ich mir endlich einen Lebenstraum erfüllt und bin mit meiner Familie für ein paar Tage nach New York geflogen. Meine allererste Reise nach Amerika war einfach unvergesslich! Es war magisch, und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass wir uns diesen Traum nach rund zehn Jahren des Sparens endlich erfüllen konnten.













Was waren meine größten Herausforderungen in 2024?
⭐️Die größte Herausforderung war definitiv, alles unter einen Hut zu bekommen. Allein IM NEBENBERUF ein kleines, aber SICHTBARES Online-Gewerbe als Keramikerin zu gründen, ist eine echte Mammutaufgabe – vor allem in diesem Tempo und innerhalb des ersten Gründungsjahres. Wer etwas anderes behauptet, beschönigt die Realität.
Gefühlt werde ich jeden Tag mit neuen Vorgaben, Tipps, Richtlinien, Kursangeboten und Werbeanfragen bombardiert. Diese ständige Flut an Informationen und Erwartungen hat mich gegen Jahresende ehrlich gesagt enorm unter Druck gesetzt. Ich musste mir eingestehen, dass ich, wenn ich weiterhin so viel Energie in Marketing-Strategien und Sichtbarkeit stecke, für meine eigentliche Leidenschaft – das Töpfern – immer weniger Zeit hätte.
⭐Geduld – eine Herausforderung für sich:
Von Natur aus bin ich ein eher ungeduldiger Mensch, und das macht mir oft das Leben schwer. Zum Beispiel, wenn ich im Wartezimmer eines Arztes länger als 30 Minuten warten muss: Dann verliere ich die Lust, alle Fragen zu stellen, die ich mir vorher zurechtgelegt hatte, weil ich schon so genervt bin, dass es mir plötzlich unwichtig erscheint. Während die meisten anderen in solchen Momenten aufs Handy schauen, sitze ich einfach nur da und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Doch anstatt zu entspannen, denke ich z. B. an die stressige Anfahrt, damit ich auch ja pünktlich bin, die Wäscheberge im Keller, die auf mich warten, oder den Instagram-Post, den ich noch machen wollte.
⭐Und eine Gründung braucht Zeit:
Ich habe schmerzhaft lernen müssen, dass die Gründung eines Online-Business nicht von heute auf morgen funktioniert. Anfangs war ich blauäugig und dachte, Etsy bringt ja bereits Kunden mit, die dort einkaufen – da schneide ich mir einfach ein Stück vom Kuchen ab. Praktisch, oder? Sitzen im gemachten Nest. Was ich nicht wusste: Ich musste mir meine Sichtbarkeit erst einmal hart erarbeiten. Die Anforderungen, die an mich gestellt wurden, und die Existenz eines Algorithmus, der meine Arbeit beeinflusst, waren für mich komplette Neuland. Ich hatte keine Ahnung, wie viel Geduld, Zeit und Einsatz nötig sind, um sich überhaupt erst einen Platz auf dieser Plattform zu verdienen.
Worauf bin ich 2024 besonders dankbar?
GESUNDHEIT UND FAMILIE: Das Wichtigste im Leben sind die Gesundheit und meine Familie. Ich bin unendlich dankbar, dass wir alle gesund sind. Mein Mann, meine Kinder und ich – wir wissen das wirklich zu schätzen.

DIE GENESUNG MEINER TOCHTER: Anfang Juli erkrankte meine Tochter am Pfeifferschen Drüsenfieber. Daraus entwickelte sich ein Abszess an einer ihrer Mandeln, sodass sie kaum noch schlucken konnte. Medikamente? Keine Chance. Unser Hausarzt unterschätzte die Schwere der Situation, und ich brachte sie schließlich selbst in die Notaufnahme. Dort wurde sie sofort notoperiert. Nach fünf Tagen Krankenhausaufenthalt wurde sie entlassen, aber nach nur zwei Tagen zuhause musste ich sie erneut in die Notaufnahme bringen, da sie in der Nacht nachblutete. Glücklicherweise verlief der zweite Krankenhausaufenthalt, der ebenfalls fünf Tage dauerte, ohne weitere Komplikationen, und sie konnte vollständig genesen. Es war eine lange und nervenaufreibende Krankheitszeit, aber ich bin unglaublich dankbar, dass es ihr jetzt wieder gut geht. Auch wenn wir unseren Sommerurlaub deswegen verkürzen mussten, konnten wir dennoch ein paar erholsame Tage zusammen verbringen.
DAS AC/DC-KONZERT IN STUTTGART: Ein besonderes Highlight war mein Besuch des AC/DC-Konzerts in Stuttgart. Ursprünglich war geplant, dass meine ganze Familie dabei ist, aber der Tag verlief anders als gedacht. Meine Tochter wurde gerade noch rechtzeitig am Konzerttag aus dem Krankenhaus entlassen, also blieb mein Mann bei ihr, und mein Sohn hatte kurzfristig andere Pläne. Ich entschied spontan, zwei Tickets an Freunde zu verschenken und fuhr mit ihnen zum Konzert. Ein weiteres Ticket, das ich nicht mehr verkaufen konnte, schenkte ich einem Dudelsack-Spieler, der vor dem Stadion auf AC/DC-Musik spielte – er war überglücklich. Das Konzert selbst war der absolute Wahnsinn, und ich bin so froh, dass ich diese großartige Erfahrung machen durfte!




DANKBARKEIT FÜR KLEINE FORTSCHRITTE:
Ich bin unglaublich dankbar für die kleinen, aber bedeutenden Erfolge: Immerhin konnte ich in diesem Jahr 22 Verkäufe über meinen Etsy-Shop, 3 Auftragsarbeiten sowie beim Mössinger Weihnachtsmarkt 2024 rund 500,00 € generieren und damit das Vertrauen meiner Kund:innen gewinnen. Es scheint, als wären alle Käufer:innen zufrieden, denn es gab weder Reklamationen noch schlechte Bewertungen. Das erfüllt mich mit Stolz und motiviert mich, weiterzumachen. 9 Personen folgen meinem Etsy-Shop schon, 108 Artikel wurden favorisiert. Außerdem folgen mir bereits 34 wunderbare Menschen auf Instagram – und davon sind nur drei aus meiner Verwandtschaft😉. Und bei Pinterest habe ich rund 1.300 Impressionen pro Monat. Ein großes Dankeschön an alle, die mir ihr Vertrauen schenken, mich unterstützen und mit ihren Likes und Kommentaren motivieren, das erwärmt mein Herz und motiviert mich!


DANKBARKEIT FÜR ANERKENNUNG:
Ich bin unglaublich dankbar für den 3. Platz, den mein Weihnachtsmarktstand im letzten Jahr belegt hat, sowie für die überwältigende Begeisterung der Besucher:innen. Eure lieben Worte, das viele Lob und die zahlreichen Anfragen und Anregungen haben mich tief berührt und bestärkt, weiter kreativ zu sein. Herzlichen Dank an alle, die vorbeigeschaut und meine Arbeit so wertgeschätzt haben! Und ich freue mich, dass ich 15 % meiner Einnahmen an die Stiftung Hilfe für kranke Kinder in der Uniklinik Tübingen gespendet habe. Ich rundete auf 100,00 € auf. Mein Wunsch ist es, eines Tages regelmäßig spenden zu können.


Was lasse ich im Jahr 2024 zurück und nehme es nicht mit?
1. Hohe Erwartungen an Kundenbewertungen:
Ich habe erkannt, dass ich meine Erwartungen an Kundenbewertungen loslassen muss. Wenn ich ehrlich bin, hinterlasse ich selbst bei Alltagsartikeln, die ich (möglichst selten) bei einem großen Onlinehändler bestelle, nie eine Bewertung. Diese Produkte sind meist Massenware, maschinell hergestellt, lieblos verpackt und darauf ausgelegt, so schnell wie möglich geliefert zu werden – warum also sollte ich mir die Mühe machen, eine Bewertung zu schreiben?
Anders ist es bei Handgemachtem. Ich liebe Handgemachtes! Seit meiner ersten Bestellung bei Etsy ist es für mich selbstverständlich, eine Bewertung abzugeben. Ich schätze die persönliche Hingabe, die liebevolle Verpackung, die kleinen Dankesnotizen – all das zeigt, dass ein Kunstwerk mit Herz und Seele gefertigt wurde.
Ebenso bin ich auf Kunsthandwerksmärkten oft beeindruckt von der Kreativität und spreche Künstler:innen direkt an, um ihre Arbeit zu loben.
Und deshalb ist es mir wichtig, mich als Etsy-Verkäuferin mit meinen handgefertigten Kunstwerken und liebevoll und plastikfreien Verpackungen von den gigantischen Online-Riesen abzuheben. Ich lege jedem Päckchen eine handgeschriebene Dankeskarte bei – und vor allem gibt es bei mir noch eine kleine Keramik-Zugabe dazu. Gespannt verfolge ich gefühlt stündlich mit der Sendungsnummer das Paket, ob es schon sicher angekommen ist.

Und dann: Zu 70 % NICHTS. Scheinbar denken nicht viele so wie ich. Viele Kund:innen sehen ihre Bestellung vielleicht nicht als Teil einer so persönlichen Wertschätzung, sondern eher als gewöhnlichen Einkauf. Das ist schade, denn jede positive Rückmeldung ist für uns Handmade-Labels das sprichwörtliche Salz in der Suppe.
Noch dazu übt Etsy selbst Druck aus – z. B. durch das Verkäuferstar-Programm. Tatsächlich war ich von Juni bis August ein Verkäuferstar. Doch dann erhielt ich in einem Monat nur eine Bewertung mit 4 von 5 Sternen: „Es war ein Geschenk, und ich hoffe, es kommt gut an…“ Dazu noch drei unbewertete Bestellungen – und der Verkäuferstar-Status war weg. Dieses ständige Hoffen auf perfekte Bewertungen nehme ich nicht mit ins neue Jahr – Bewertungen sind natürlich wichtig für mich und freue mich riesig, wenn ich eine Rückmeldung erhalte! Aber ich darf mich da nicht so unter Druck setzen.

2. Der Druck, immer schneller, höher und besser zu sein:
Ich lasse auch den ungesunden Wettbewerbsgedanken hinter mir, immer schneller, besser und perfekter als alle anderen zu sein. Dieser unerbittliche Leistungsdruck hat mich belastet und oft an meine Grenzen gebracht. Ich habe gelernt, dass ich meinen eigenen Weg gehen und mein Tempo finden muss, ohne mich ständig mit anderen zu vergleichen.
Mein Ausblick auf 2025
Was ich 2025 anders (besser) mache
- Mich nicht einschüchtern lassen von den vielen Anforderungen an ein Online-Business.
- Entspanntere Vorgehensweise, kein Leistungsdruck
- Kein Vergleich mit Mitbewerber:innen: Weder mit den Großen noch mit den Kleinen
- Keine weiteren Unikate mehr im Online-Shop
- Mehr Zeit für mich, tatsächlich habe ich seit letztem Jahr gar kein Hobby mehr, während meiner Krankheit konnte ich wenigstens kurz ein 740 Seiten-Buch lesen…
- Es im neuen Jahr leichter und organisierter und strukturierter angehen zu lassen. Die Basis ist erschaffen, ich weiß jetzt einigermaßen, wie der Hase im Online-Business läuft und kann meine Planung dementsprechend entspannter angehen, sonst verliere ich mit großer Sicherheit meine Motivation im nächsten Jahr weiterzumachen.
Diese großen Projekte gehe ich 2025 an
Gestalten neuer Artikel: Für eine Kundin meines Mannes durfte ich bereits eine individuelle Hausnummer aus Keramik gestalten. Als Vorbereitung für meinen Weihnachtsmarktstand habe ich verschiedene Größen von Hausnummernschildern getöpfert, um herauszufinden, ob dafür Interesse besteht. Und tatsächlich: Die Resonanz war durchweg positiv! Ich hab nicht nur viel Lob erhalten, sondern auch direkt einen ersten Auftrag bekommen. Persönliche Hausnummernschilder werden daher definitiv bald fester Bestandteil meines Sortiments sein.

Blog: Mit meinem ersten Jahresrückblick-Blog habe ich eine neue Leidenschaft entdeckt. Es macht mir Freude, meine persönlichen Gedanken zu Papier zu bringen – fast wie eine Therapie für Geist und Seele. Ich plane, auch in Zukunft zu bloggen, allerdings ohne festen Zeitplan oder Druck. Es soll nur dann entstehen, wenn ich wirklich etwas Relevantes zu sagen habe, das auch für andere interessant sein könnte.
❤️Ganz herzlichen Dank @JudithPeters für diesen tollen Fahrplan sowie die ausführlichen, kostenlosen, hilfreichen und leicht verständlichen Infos zur Erstellung eines eigenen #Jahresrückblog24. Ich danke dir für dieses Inspirations-Feuerwerk meiner Gedanken, auch wenn ich meinen Jahresrückblick 2024 erst als Nachzügler-Jahresrückblick und mit vielen technischen Anfangsschwierigkeiten veröffentliche! Vielen Dank für deine Authenzität!
Kunsthandwerkermärkte: Hier bin ich noch unschlüssig. Märkte sind mit viel Arbeit verbunden, und ich muss abwägen, ob ich mich dieses Jahr bei einem anmelden werde. Mal sehen, wie meine Entscheidung ausfällt. Die Stadt Mössingen würde sich zumindest freuen, mich als festen Bestandteil ihrer Märkte begrüßen zu dürfen.

Duolingo: Ende des Jahres habe ich tatsächlich angefangen, bei Duolingo täglich meine bereits erworbenen Sprachkenntnisse im Italienischen von 75 % auf 100 % zu verbessern. Da bleib ich dran, weil ich in Unterhaltungen ein Gemisch aus Hoch-Italienisch mit Dialekt-Italienisch vertexte.
So kannst du dir 2025 selbst ein Bild von mir und meinen Produkten machen
Meinen Etsy-Shop findest du unter www.heartmade4home.etsy.com.

Meine Website findest du hier: www.heartmade4home.de
Hier kannst du mich erreichen: melanie@heartmade4home.de,
z. B. wenn Du eine Anfrage für meinen Brennservice im Umkreis von Mössingen/Tübingen hast.
Folge mir gerne auf Instagram für Hintergrundinfos über mich und meine Produkte: https://www.instagram.com/heartmade4home_melanie/
Folge mir gerne auf Pinterest für Inspiration: https://de.pinterest.com/heartmade4home/
Mein Motto für 2025 heißt:
„Manchmal muss man einen Schritt nach hinten gehen und Anlauf nehmen, um weiter nach vorne zu kommen.“

Und du? Was möchtest du 2025 besser oder anders machen?
Teile es in den Kommentaren! 👇 Vielleicht inspirieren wir uns gegenseitig. 😃