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Hier erfährst du, welche wahren Kosten sich hinter handgemachter Keramik verstecken

In Zeiten stetig steigender Lebenshaltungskosten, wirtschaftlicher Unsicherheiten und globaler Krisen ist es nur allzu verständlich, dass jede und jeder individuelle Prioritäten im Konsumverhalten setzt – das geht mir mit meiner 4+2-köpfigen Familie nicht anders.

Hochpreisige, handgefertigte Produkte sind für manche Menschen schlicht nicht leistbar oder sie setzen ihre finanziellen Schwerpunkte anders – sei es auf Reisen, Technik, Mode oder andere Dinge.

Das hat ganz unterschiedliche, persönliche Gründe – und das respektiere ich voll und ganz. Ich stehe hinter meinen mit Herz und Seele gefertigten Keramiken, die ich zu fair kalkulierten Preisen in meinem Online-Shop Heartmade4home anbiete. Wer sich nicht dafür entscheidet – aus welchen Gründen auch immer – wird zu nichts gezwungen.

Oft bleibt der wahre Wert handgefertigter Keramik für viele Menschen unsichtbar. Aber welche wahren Kosten stecken hinter handgemachter Keramik? Mit diesem Blogbeitrag möchte ich die verborgenen Kosten und den Aufwand aufzeigen, die in jedem Stück stecken. Gleichzeitig möchte ich erklären, warum die wahren Kosten für handgemachte Keramik nicht teuer, sondern fair sind.

Unwissenheit

Manchmal erlebe ich Situationen, die mich tief ins Grübeln bringen – so sehr, dass sie mich emotional tagelang beschäftigen. Es sind Momente, die mich persönlich treffen, weil sie zeigen, wie wenig über den wahren Wert und die wahren Kosten hinter handgemachter Keramik bekannt ist.

So geschehen Ende Mai: Ich bilde mich gerade im Bereich Social Media weiter und nahm abends an einer Online-Session mit meiner Mentorin teil. Plötzlich fand ich mich – völlig unvorbereitet – in einer Diskussion über den Preis meiner handgefertigten, detailreichen Erdbeerschale wieder. Vor mehreren anderen Teilnehmenden sollte ich live meinen Verkaufspreis rechtfertigen.

Was mich dabei besonders getroffen hat:

  • Diese Erdbeerschale ist mein persönliches Meisterstück. Ich bin unglaublich stolz auf sie.
  • Sie war pünktlich zur Erdbeersaison 2025 fertig – ein Herzensprojekt, das mir sehr viel bedeutet.
  • Ich musste mich vor fremden Menschen erklären, die weder aus dem Handwerk kamen noch die Hintergründe kannten – sie verkaufen Produkte großer Marken oder bieten Dienstleistungen an. Kein Aha-Moment, kein Verständnis – und kein Beistand.
Meine geliebte Erdbeerschale war im Mittelpunkt der Preisdiskussion, erhältlich im Shop

Was mich nachhaltig beschäftigt hat, war die deutliche Unwissenheit über den aufwendigen Entstehungsprozess handgemachter Unikate. Der Vergleich mit industrieller Massenware – und das fehlende Gespür für bewusstes Konsumverhalten – machten mich traurig.

Dass selbst Marketing-Profis den Wert echter Handarbeit (noch) nicht verstehen, hat mir gezeigt: Es ist Zeit, darüber zu sprechen. In diesem Blogbeitrag möchte ich deshalb aufzeigen, warum handgemachte Keramik ihren Preis nicht nur verdient – sondern warum sie für viele Menschen ein wertvoller Gegenpol zum schnellen Konsum sein kann.

Fragende Gesichter, Unwissenheit über die Entstehung handgemachter Keramik

Gründe, warum Menschen zögern oder sich dagegen entscheiden, höherpreisige handgemachte Keramik zu kaufen

💰Preisempfinden & Vergleich mit Massenware

  • Viele Menschen vergleichen handgemachte Keramik mit günstiger Industriekeramik (z. B. vom Möbelhaus oder Discounter).
  • Der Unterschied im Preis erscheint dann „unverhältnismäßig“, weil sie den Unterschied in Aufwand, Qualität und Individualität nicht kennen oder sehen.

🧠 Fehlendes Bewusstsein für Handarbeit

  • Viele unterschätzen den zeitlichen, körperlichen und gestalterischen Aufwand hinter handgemachter Keramik.
  • Das Wissen über Handwerk, Herstellungstechniken oder Produktionsprozesse ist in der breiten Bevölkerung oft verloren gegangen.
  • Es fehlt oft der emotionale Bezug zum Produkt oder die Geschichte dahinter.
Fehlendes Bewusstsein für Handarbeit

🛍 Konsumverhalten & Gewohnheit

  • Viele Menschen sind daran gewöhnt, schnell und günstig zu kaufen – und öfter neu, statt bewusst und langlebig.
  • Konsum als Masse statt Klasse: Es zählt der kurzfristige Preis, nicht der langfristige Wert.
  • Die Wertschätzung für langlebige, ehrliche Produkte ist bei vielen zwar vorhanden – aber nicht immer im Alltag handlungsleitend.
Geiz ist geil Mentalität

🏠 Funktionalität statt Ästhetik

  • Manche sehen Keramik nur als Gebrauchsgegenstand, nicht als Kunsthandwerk oder persönliches Statement.
  • Sie verstehen nicht, warum sie mehr zahlen sollen, wenn „es doch auch eine günstige Tasse tut“.

Warum handgemachte Keramik ihren Preis wert ist

Handgemachte Keramik ist keine Massenware

Jedes meiner Keramiken ist ein Unikat – einzeln von Hand geformt, mit dem Pinsel glasiert, gebrannt mit Sorgfalt und Hingabe. Dieser Prozess ist aufwendig, körperlich fordernd und oft von unsichtbarer Detailarbeit geprägt. Anders als bei industrieller Fertigung gibt es keine Fließbänder, keine Maschinen, die automatisiert tausende identisch gleiche Stücke auswerfen. Stattdessen: Nur Kleinstserien. Echte Arbeit. Echte Zeit. Echte Handwerkskunst.

Handgefertigte Keramik

Gute Arbeit braucht gute Bedingungen. Und gute Bedingungen brauchen faire Preise

Die höheren Preise von handgemachter Keramik bei mir als Kleinunternehmen im Vergleich zu industrieller Massenproduktion lassen sich klar und nachvollziehbar rechtfertigen – vor allem durch Qualität, Werte und Herstellungsprozess.

Eigentlich ist die ganze Preisdiskussion um handgemachte Produkte ja absurd. Da gehen seit 1. Mai 1886 Millionen von Menschen weltweit auf die Straße, um für

  • Gerechte Löhne
  • Arbeitszeitverkürzung
  • Arbeitsschutz und soziale Sicherheit
  • Mitbestimmung der Arbeitnehmer und
  • Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit

zu demonstrieren.

Der 1. Mai erinnert uns daran, wie wichtig faire Arbeit, gerechte Entlohnung und Wertschätzung für Handwerk und Produktion sind. In einer Zeit, in der industrielle Massenproduktion scheinbar günstige Preise bietet, wird allzu oft übersehen, was wirklich in einem handgefertigten Stück Keramik steckt: Zeit, handwerkliches Können, Leidenschaft – und das berechtigte Ziel, davon auch leben zu können.

1. Mai Demonstrationen

⁉️ Doch wenn ich mir die Preisdiskussionen rund um echtes Handwerk anschaue, habe ich oft das Gefühl: Faire Arbeitsbedingungen scheinen für viele nur dann wichtig zu sein, wenn es um das eigene Gehalt geht – nicht aber, wenn sie Produkte von anderen kaufen. Statt langlebiger Qualität entscheiden sich viele für billige Massenware, oft von anonymen Anbietern aus Fernost. Leider.

Als ich mein Nebengewerbe Heartmade4home anmeldete, war für mich von Anfang an klar:
Ich will ein Unternehmen aufbauen, das mir langfristig ermöglicht, von meiner Arbeit zu leben – unter fairen Bedingungen, mit einem angemessenen Stundenlohn. Das bedeutet: Meine Produktpreise decken nicht nur Materialkosten, sondern auch Miete, Versicherungen, Buchhaltung, Energie, Verpackung, Marketing, Steuern – und ja, auch meine eigene Arbeitszeit. Das sind die wahren Kosten von handgemachter Keramik!

👐 Echte Handarbeit – in Deutschland. In Mössingen. In meiner kleinen Werkstatt.
Handgemachte Unikate mit Herz und Seele. Von mir, Melanie.

Meine Keramiken entwerfe ich von Grund auf selbst

Ich entwickle die Form, plane feine Details und wähle harmonische Farbverläufe – oft auf Grundlage von Skizzen, die ich zuvor auf Papier festgehalten habe. Anschließend versuche ich, meine Vorstellung in einem Prototypen umzusetzen.

Dabei stelle ich mir viele Fragen:
Wie forme ich die Keramik am besten?
Wie sollen die Details ausgearbeitet sein?
Welche Werkzeuge oder Techniken helfen mir, bestimmte Effekte zu erzielen?
Wie kann ich den Prozess effizient gestalten, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen?
Welche Hilfsmittel brauche ich beim Trocknen, um Risse zu vermeiden?
Muss ich Glasuren selbst anmischen, damit sie exakt meinen Vorstellungen entsprechen?

Erst wenn ich mit dem Ergebnis vollständig zufrieden bin, beginne ich mit der Produktion einer Kleinstserie.
Dieser kreative und handwerkliche Prozess dauert oft mehrere Wochen – und er erfordert viel Geduld, Experimentierfreude und Präzision. Jedes Stück entsteht mit Sorgfalt und trägt meine persönliche Handschrift.

Merkmale eines Unikats bei handgemachter Keramik

AspektBeschreibung
EinmaligkeitEs existiert kein identisches zweites Stück. Kleine Unterschiede entstehen durch Handarbeit.
Manuelle FertigungDer Herstellungsprozess erfolgt vollständig oder überwiegend per Hand – oft ohne industrielle Formen.
Gestalterische FreiheitKünstler:in oder Töpfer:in gestaltet individuell – etwa bei Glasuren, Oberflächenstruktur, Gravuren.
Spuren der HandarbeitKleine Unregelmäßigkeiten (z. B. asymmetrische Linien, Pinseltupfer) sind gewollt und Teil des Charmes.
Signierung / StempelViele Unikate sind vom:von der Künstler:in signiert oder mit einer individuellen Marke versehen.

Beispiele:

Ein Einzelstück mit experimenteller Glasur, das nie exakt reproduziert werden kann.

Zwei handgedrehte Tassen aus derselben Serie, aber mit leicht unterschiedlicher Glasurverläufen.

Eine Vase mit frei eingeschnittenem Dekor, das nicht exakt wiederholbar ist.

handgefertigtes Keramik Unikat

Hochwertige Materialien

Für meine Keramiken verwende ich ausschließlich hochwertigen Hochbrand-Ton aus Deutschland sowie schadstoffarme, lebensmittelechte Glasuren. Dadurch kann ich nicht nur auf kurze Lieferwege setzen, sondern auch auf eine hohe Materialqualität, die Funktionalität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Meine Stücke bestehen aus Steinzeug, das bei sehr hohen Temperaturen gebrannt wird. Das macht sie:

  • spülmaschinenfest
  • ofen- und mikrowellengeeignet
  • frostfest

Nur wenn meine Keramiken meinen Qualitätsansprüchen zu 100 % entsprechen, biete ich sie zum Verkauf an.
Dabei lege ich besonderen Wert auf jedes Detail – denn nur so entsteht langlebige, funktionale und ästhetisch überzeugende Handwerkskunst.

Was mir besonders wichtig ist:

🔹 Sauber gearbeitete Kanten:
Scharfe oder unsaubere Ränder bergen nicht nur Verletzungsgefahr, sondern beeinträchtigen auch die Gesamtwirkung des Stücks. Jede Kante wird daher sorgfältig geglättet und verfeinert.

🔹 Rissfreiheit:
Schon kleinste Risse können dazu führen, dass Wasser eindringt – was im Winter zum Platzen der Keramik führen kann. Deshalb kontrolliere ich jedes Stück nach dem Trocknen und Brennen gründlich auf Spannungen und Haarrisse.

🔹 Sauber verarbeitete Klebestellen (z. B. bei Applikationen):
Verbindungen müssen stabil und optisch ansprechend sein. Sichtbare Aufwölbungen oder unpräzise Ansätze sind für mich ein Ausschlusskriterium.

Das bedeutet: Langlebige Alltagskeramik, die sowohl im Haus als auch im Garten einsetzbar ist – und eine sinnvolle, nachhaltige Investition im Alltag darstellt.

Im Gegensatz zu günstiger Massenware aus minderwertigem Ton oder Porzellan zerspringt Steinzeug beim Herunterfallen nicht sofort in tausend Scherben. In vielen Fällen kann ein beschädigtes Stück sogar repariert oder geklebt werden und bleibt damit weiterhin nutzbar.

Da ich als kleines Unternehmen nur in begrenzten Mengen einkaufen kann – sowohl aus finanziellen als auch aus lagertechnischen Gründen – sind die Materialkosten für mich leider höher als im Großeinkauf. Das bedauere ich sehr, aber ich stehe bewusst hinter der Entscheidung, auf Qualität und Regionalität zu setzen.

Zeitintensiver Arbeitsprozess zum Gestalten der Keramik

Arbeitsprozess- Vom Entwurf bis zum Glasurbrand

Alles beginnt mit einem Geistesblitz – einer Idee, die ich zunächst als Skizze zu Papier bringe. Es folgt das sorgfältige Formen und Bearbeiten des Tons, begleitet von der detailreichen Gestaltung mit Handwerkzeugen, bei der jedes Stück seine individuelle Handschrift erhält.

Nach einer gründlichen Trocknungsphase wird jedes Teil achtsam im Ofen platziert, bevor der erste Brand startet: Zwei Tage lang wird im Hochbrandofen bei Starkstromtemperaturen gebrannt – ein aufwändiger, energieintensiver Prozess.

Danach wähle ich harmonische Farbgebungen, teils auch aus selbst entwickelten Glasurmischungen. Die Glasur wird in zwei Schichten per Hand mit dem Pinsel aufgetragen, bevor das Stück erneut in den Ofen kommt – diesmal für einen weiteren drei­tägigen Brennvorgang, ebenfalls unter Starkstrom.

Vom Entwurf bis zum fertigen Stück durchläuft jedes Teil mehrere Wochen Arbeit – und jede einzelne Phase geht durch meine Hände.

Industriell gefertigte Massenware
Industriell hergestellte Massenware

Arbeitsaufwand für die Vermarktung – wenn das Produkt „fertig“ ist

Und jetzt? Die Keramik ist fertig – verkauft sie sich nun wie von selbst, am besten im Schlaf?

Natürlich nicht.

Was Käufer*innen oft nicht sehen, sind die umfangreichen, oft unsichtbaren Arbeitsschritte, die nach der Fertigstellung eines Produkts erst beginnen – die Vermarktung. Hier ein Überblick über den tatsächlichen Aufwand:

Vermarktung

  • Professionelle Produktfotografie und Videodrehs – für jedes einzelne Produkt
  • Verfassen suchmaschinenoptimierter Produktbeschreibungen, inkl. Keyword-Recherche
  • Pflege des Online-Shops: Produkte einstellen, aktualisieren, strukturieren
  • Aktive Vermarktung über Social Media (z. B. Instagram & Pinterest)
  • Blogpflege und Website-Management

Verwaltung & Rechtliches

  • Rechnungen schreiben & Buchhaltung
  • Verständnis und Umsetzung gesetzlicher Vorgaben (z. B. Verpackungsgesetz, Produktsicherheit)
  • Kosten für Rechtstexte (AGB, Datenschutz etc.)
  • Beiträge z. B. an die Handwerkskammer
  • Steuerberatungskosten
Verwaltung und Rechtliches im Kleinunternehmen

Versand & Verpackung

  • Sorgfältiges Verpacken und Versand zur Post
  • Verpackungsmaterialien & Versandzubehör
  • Verpackungslizenz (z. B. nach dem Verpackungsgesetz)
  • Plastikfreier Versand: Ich verzichte bewusst auf Luftpolsterfolie oder Verpackungschips und nutze stattdessen gebrauchte Kartonagen.
     🍃Das ist zwar aufwendiger und zeitintensiver, aber für mich ein sinnvoller Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.
     Warum neue Kartons produzieren lassen, wenn es gut erhaltene bereits gibt?
     Nur falls unbedingt nötig, greife ich auf neue Verpackungen zurück – auch diese kann ich als Kleinunternehmerin leider nicht in großen Mengen günstiger einkaufen.

Gestaltung & Präsentation

  • Kosten für Bildbearbeitungs-Apps und Fototechnik
     (z. B. Fotobox, Beleuchtung, Stative, Dekomaterial)
  • Flyer, Visitenkarten und Präsentationsmaterialien für Versand oder Märkte
  • Teilnahmegebühren für Märkte, Standmiete, Auf- und Abbau

Infrastruktur & Betriebskosten

  • Werkstattkosten, Strom, Wasser, Reinigung
     Ich nutze Ökostrom – größtenteils aus meiner eigenen Photovoltaik-Anlage. Aber:
     Auch die Anschaffung dieser Anlage war eine Investition, die sich erst über Jahre trägt.
  • Kosten für Werkzeuge, Materiallagerung, Reparaturen
     (z. B. Brennofen, Drehscheibe, Werkzeuge etc.)
  • Fortbildungen & Weiterbildungen, um mich ständig weiterzuentwickeln

✔️Der Preis eines handgemachten Produkts deckt nicht nur Material und Arbeitszeit ab – sondern auch all diese laufenden Kosten, die notwendig sind, damit ein Kleinunternehmen wie meines überhaupt bestehen kann.

✔️Ich stehe mit voller Überzeugung hinter dem, was ich tue – und hinter jedem Stück, das mein Atelier verlässt.
Echt. Transparent. Mit Herz und Verstand.

Geld

Warum ist handgemachte Keramik aus dem Ausland oft so günstig?

Vielleicht ist es dir auch schon aufgefallen:
Im Urlaub auf Märkten im europäischen Ausland oder beim Stöbern in ausländischen Online-Shops – überall begegnet man wunderschöner, handgemachter Keramik, die auf den ersten Blick erstaunlich günstig ist. Aber warum eigentlich?

Ich habe mir diese Preisunterschiede einmal genauer angeschaut und dabei festgestellt:
Es gibt viele Gründe, warum handgemachte Keramik in Deutschland teurer ist – und das hat nicht (nur) mit „Gewinnmaximierung“ zu tun.

In der folgenden Übersicht habe ich die wesentlichen Unterschiede zwischen handgemachter Keramik aus Deutschland, dem europäischen Ausland und aus asiatischen (nicht-europäischen) Drittländern zusammengefasst. Dabei spielen sowohl wirtschaftliche als auch gesetzliche und strukturelle Faktoren eine Rolle.

ArbeitslöhneHoch (Mindestlohn 2025: ca. 12,82 €/h)Mittel (Osteuropa teils < 5 €/h, Südeuropa moderat)Gering (oft < 2 €/h in Produktionsregionen)
ArbeitsbedingungenStrenge gesetzliche Vorgaben, ArbeitsschutzUnterschiedlich, oft weniger streng als in DEHäufig geringe Standards, teils prekäre Bedingungen
BürokratieaufwandHoch – viele Nachweise, Steuermeldungen, LizenzenVariierend, z. T. einfacherGering im Inland, aber hoher Exportaufwand nach EU
Gesetzliche Vorgaben (z. B. Chemie, Sicherheit)Sehr streng (REACH, Produktsicherheit etc.)Unterschiedlich – meist weniger strengGering, oft keine regulativen Prüfungen
Verpackungslizenz / UmweltauflagenPflicht (z. B. Zentrale Stelle Verpackungsregister, LUCID)Nicht in allen Ländern vorhandenMeist keine vergleichbaren Regelungen
Steuern (Umsatzsteuer, Einkommenssteuer etc.)Hoch (MwSt 19 %, Unternehmenssteuer + Bürokratie)Variierend (z. B. Polen 23 %, teils niedrigere Belastung)Gering bis moderat im Produktionsland
Produktionskosten allgemeinSehr hoch (Strom, Miete, Rohstoffe, Versicherung)Moderat bis hoch, je nach RegionNiedrig (z. B. Energiepreise, Ton, Infrastruktur)

Wenn Handarbeit zu billig wird – und warum das allen schadet

Handgemachte Keramik hat einen Wert – nicht nur materiell, sondern ideell. Dennoch begegnet mir immer wieder ein Phänomen: Auf Märkten, Online-Plattformen oder im Bekanntenkreis bieten Menschen ihre liebevoll gefertigte Keramik zu Preisen an, die kaum die Materialkosten decken – vom Zeitaufwand ganz zu schweigen.

Aber warum ist das so?

🎨 „Es ist doch nur mein Hobby …“

Viele Menschen sehen das Töpfern als Ausgleich, als kreativen Ruhepol im Alltag. Und das ist wunderbar. Doch sobald sie ihre Werke verkaufen, sind sie Teil eines Marktes – und ihr Preis beeinflusst die Wahrnehmung von Wert bei allen anderen.

Was aus Sicht eines Hobbys gut gemeint ist, kann für professionelle Keramiker:innen zum Problem werden: Billigpreise vermitteln den Eindruck, dass echte Handarbeit „nicht mehr kosten darf“.

🤔 Häufige Gründe für sehr niedrige Preise

  • Fehlende Kalkulation: Zeit, Strom, Ofenkosten, Werkzeuge, Fehlbrände – vieles wird einfach nicht mitgerechnet. Kammerbeiträge, Rechtskosten, Verpackungsgebühren, etc. Werden nicht kalkuliert, weil sie auch nicht bezahlt werden, da nur Hobbybetrieb.
  • Selbstzweifel: Manche trauen sich keinen „richtigen“ Preis zu und wollen bloß keine Kritik hören.
  • Anerkennung statt Einkommen: Es geht mehr um Lob als um Lohn – auch das ist verständlich, aber am Markt verzerrend.
  • „Lieber verkauft als gelagert“: Wer keinen Platz oder Bedarf hat, verschenkt oder verkauft günstig – aus Platznot, nicht aus Kalkül.

💥 Warum das nicht egal ist

Auch wenn diese Billigpreise gut gemeint sind:
Sie entwerten die Arbeit – nicht nur der eigenen, sondern auch die anderer.
Professionelle Keramiker:innen, die von ihrer Arbeit leben müssen, können nicht mithalten mit Preisen, die unter Wert angesetzt sind. Es entsteht ein Trugbild, was handgemachte Keramik „kosten darf“.

Töpfern als Hobby

🧭 Was wir alle tun können

  • 🧮 Preise ehrlich kalkulieren – auch als Hobbyist:in
  • 🗣 Über Wert sprechen – nicht nur über Preis
  • 🙌 Kolleg:innen unterstützen, statt unterbieten
  • 🧡 Den Mut haben, für gute Arbeit auch fair bezahlt zu werden

Handgemachte Keramik ist mehr als ein Produkt. Sie ist Zeit, Erfahrung, Hingabe und Persönlichkeit in Ton gebrannt. Und das darf – nein, das muss – seinen Preis haben.

Billigpreise aus dem Hobbybereich sind oft nicht böse gemeint, können aber den Wert von Handarbeit entwerten und professionelle Anbieter:innen unter Druck setzen.

Sogar soweit, dass ich hier jetzt sitze und diesen Blogartikel verfasse zum Thema „Die wahren Kosten von handgemachter Keramik, nicht teuer sondern fair“. Bei 34 Grad, in meinem kleinen Büro – weil ich mich selber über Menschen wundere (und ärgere), die ihre handgefertigten Keramiken spottbillig anbieten und dann auf Chat-Kanälen die Menschheit fragen: „Berechnet ihr eigentlich auch euren Arbeitslohn? Mir macht das ganze doch sooooo Spaß“. Oder Menschen, die Ihr Gewerbe erst gar nicht anmelden und trotzdem in ihrem Online-Shop ihre handgemachten Keramiken unter Wert anbieten. Da kann ich leider nur den Kopf schütteln. So lange es gut geht…

Fragende Frau

Was sollte eine Stunde Handarbeit in Deutschland eigentlich kosten?

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland liegt aktuell bei 12,82 € pro Stunde (Stand: 16. Juni 2025).

Aber mal ehrlich:
Würde ein Mensch bei klarem Verstand ein Unternehmen gründen – mit all den Risiken und der Verantwortung – und seine Arbeit dann zum Mindestlohn kalkulieren?
Unwahrscheinlich.

Denn in dem Moment, in dem sich eine Kunsthandwerkerin oder Künstlerin entscheidet, seine bzw. ihre Produkte nicht nur hobbymäßig zu erschaffen, sondern sie als Kleinunternehmerin zu verkaufen, ist das kein Freizeitvergnügen und kein Hobbybasteln mehr. Es geht nicht mehr nur ums kreative Tun, sondern auch ums wirtschaftliche Überleben.

Natürlich steckt in jedem handgefertigten Stück weiterhin Herz, Leidenschaft und Sorgfalt – aber:
Der Preis muss unternehmerisch kalkuliert sein.
Nicht nur Materialkosten, sondern auch alle Betriebsausgaben, Steuern, Versicherungen, Weiterbildung, Miete, Marketing und Altersvorsorge müssen langfristig gedeckt werden.

Ein fairer Stundensatz in der Selbstständigkeit liegt – je nach Branche und individueller Kostenstruktur – deutlich über dem Mindestlohn.
Denn:

Selbstständig heißt nicht „selbst und ständig“ zum Mindestpreis arbeiten.

Der reale Stundensatz muss individuell kalkuliert werden – basierend auf dem tatsächlichen Aufwand, den betrieblichen Fixkosten, Rücklagenbildung und dem Ziel, langfristig von der eigenen Arbeit leben zu können.

Fazit

Wenn du meine handgemachte Keramik kaufst, kaufst du:

  • Qualität vor Quantität
  • Zeit und Sorgfalt statt Eile und Masse
  • Fachwissen und Handwerkskunst statt Maschinenroutine
  • Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität
  • echtes Handwerk aus Deutschland und unterstützt meine kleine Manufaktur
  • Und vor allem: ein Produkt mit Seele – nicht bloß ein Konsumgut

Meine Preise spiegeln nicht nur die Materialkosten wider. Sie stehen für meinen Anspruch, achtsam, fair und verantwortungsvoll zu arbeiten – gegenüber mir selbst, meinem Berufsstand und einer Wirtschaft, die Mensch und Umwelt respektiert.
Ehrlich. Lokal. Aus Deutschland.

Denn:

Echte Handarbeit verdient nicht den Vergleich mit Billigware – sie verdient Respekt. Und ihren fairen Preis.

Wenn dir handgemachte Keramik persönlich zu teuer ist, ist das absolut in Ordnung.
Wirklich nachdenklich macht mich nur eines:
Wenn man nicht den Preis kritisiert – sondern mich als Person.
Wenn mir gesagt wird:

„Dein Produkt ist den Preis nicht wert.“

Das verletzt – nicht, weil ich überzeugt bin, dass jeder alles kaufen muss, sondern weil solche Worte oft aus Unwissen oder Achtlosigkeit entstehen. Und oft drücke ich bei der Kalkulation noch beide Augen zu und lasse einige Kosten einfach weg (z. B. das Umverpacken mit upcycelten Kartons oder die Fahrt zur Post) sonst würden meine Produkte noch mehr kosten müssen. Und genau deshalb ist dieser Blogbeitrag entstanden:
Um aufzuklären, sichtbar zu machen – und vielleicht ein bisschen Bewusstsein zu schaffen.

🌟Wie du mehr über mich erfahren kannst

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Wie siehst du das?

Findest du die Preise von handgemachter Keramik (jetzt) fair?

Hast du die wahren Kosten und den wahren Wert handgemachter Keramik jetzt erkannt?

♥️Ich freu mich über jeden (am liebsten konstruktiven) Kommentar!⬇️

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Autor

melanie.ienco@t-online.de

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