Oft entsteht die Idee, mit dem Töpfern zu beginnen, ganz spontan – vielleicht stehen Ferien an, und du fragst dich: Wie kann ich meine Kinder sinnvoll beschäftigen? Auf Pinterest entdeckst du einfache Anleitungen für Keramikobjekte und denkst: Das ist genau das Richtige! Das würde meinen Kindern und mir Spaß machen. Also schnell ein bisschen tonen, brennen lassen, glasieren und abholen – fertig! Doch was viele unterschätzen: Das Gestalten von Keramiken erfordert Zeit, Wissen, Geduld und handwerkliches Geschick. Töpfern ist für Anfänger oft eine größere Herausforderung, als es auf den ersten Blick scheint. Viele Fragen tauchen erst während des Gestaltungsprozesses auf – oder wenn das fertige Stück nach dem Brand nicht wie erwartet ausfällt: mit Rissen, Verformungen oder einer unerwarteten Glasurwirkung.
Diese Erfahrungen machen viele Töpferanfänger, die sich an mich im Rahmen meines Brennservices für Keramik im Raum Mössingen (Kreis Tübingen) wenden. Dabei stoße ich immer wieder auf typische Anfängerfehler beim Töpfern ohne Scheibe – Fehler, die auch ich in meiner Anfangszeit gemacht habe. Doch das Gute ist: Viele dieser Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn man sie kennt!
Genau deshalb möchte ich mein Expertenwissen und meine Erfahrungen aus fast 15 Jahren Töpferleidenschaft mit dir teilen – damit du böse Überraschungen nach all der Mühe vermeidest und deine Werke nach dem Brennen genauso gelingen, wie du es dir vorgestellt hast. Außerdem beantworte ich häufige Fragen rund um meinen Brennservice für den Raum Mössingen/Tübingen.
Das brauchst du als Anfänger/in für deinen Töpferstart
Ton
Du kannst auswählen zwischen den Farben weiß, Sandfarben, Lederfarben, Beige, Rot, Braun & Schwarz. Helle Tonsorten sind auch mit Spots erhältlich.
Nicht jeder Ton eignet sich für jedes Projekt. Beispielsweise erfordert das Drehen auf der Töpferscheibe eine andere Tonzusammensetzung als das modellieren großer Skulpturen. Die Wahl der passenden Tonmasse ist entscheidend für den Erfolg deines Vorhabens. Nicht jeder Ton kann bei jeder Temperatur verwendet werden.
Welche Tonmasse für was?
- Ohne Schamotte: zum Drehen und Aufbauen kleinerer Gegenstände mit geringer und gleichmäßiger Wandstärke
- Feinschamottiert: Zum Drehen und Aufbauen
- Schamottiert: Zum Aufbauen größerer Arbeiten
- Starkschamottiert: Zum Aufbauen größerer Arbeiten, für Platten
- Grobschamottiert: Für grobe Oberflächen, große Plastiken
- Für Platten und Ofenkacheln: Weitgehend sicher gegen Verziehungen beim Trocknen und beim Brennen
Wenn du meinen Brennservice nutzen möchtest, musst du darauf achten, dass du Steinzeugton verwendest, der bei 1.250 Grad gebrannt werden kann.

Geeignete Unterlage
Zum Arbeiten mit Ton verwendest du am besten ein unbeschichtete Brett, z. B. Holzplatte oder Spanholzplatte.
Werkzeug
- Nudelholz zum Auswellen
- Cuttermesser zum Schneiden von Tonformen
- Gabel zum Einritzen von Kontaktstellen bei Verbindung zweier Tonstücke und zum Auführen der Glasur
- Borstenpinsel zum Glasieren
- Gumminiere oder Ziehklinge zum Verdichten einer Tonplatte
- Draht zum Abschneiden des Tons
- Wasserschälchen und Schwamm zum Glätten der Kanten und Entfernen von überschüssigem Wasser
- Starter-Set Modellierhölzer und Modellierschlingen inkl. Töpfernadel

Dekor des Tons nach Belieben
Zum Beispiel für den Anfang geeignet:
- Ausstecher
- Schaschlikspieß
- Stempel
- Häkeldecke
- Blütenstände
- Blätter
- alles was du sonst noch im Haushalt findest und dir gefällt

Farbliche Gestaltung
Glasuren
Glasuren sind dünne, glasartige Überzüge, die Keramikoberflächen veredeln und abdichten. Sie bestehen aus einer Mischung aus Silikaten, Flussmitteln und Stabilisatoren. Es gibt verschiedene Glasurarten, die sich in Zusammensetzung, Optik und Anwendung unterscheiden:
NACH IHRER OPTIK
- Glänzende Glasuren – Spiegelnde Oberfläche, betont Farben und Texturen.
- Matte Glasuren – Weiche, gedämpfte Oberfläche, oft samtig oder stumpf.
- Transparente Glasuren – Klarer Überzug, entweder glänzend oder matt.
- Deckende Glasuren – Undurchsichtig, verbirgt die darunterliegende Oberfläche.
- Effektglasuren – Enthalten Metalle oder Kristalle für besondere Strukturen (z. B. Craquelé, Laufglasuren).
NACH DER BRENNTEMPERATUR
- Niedrigbrandglasuren (ca. 900–1100 °C) – Für Töpferware und Steingut, oft leuchtende Farben.
- Hochbrandglasuren (ca. 1200–1300 °C) – Für Steinzeug und Porzellan, haltbarer und oft erdige Farbtöne.
AUFTRAGEN VON GLASUREN AUF TON
Glasuren werden nach dem ersten Brand (Schrühbrand) aufgetragen, um sich mit der Oberfläche zu verbinden. Dafür gibt es verschiedene Techniken:
- Tauchen – Das Objekt wird in die Glasur getaucht, gleichmäßige Schicht.
- Gießen – Die Glasur wird über das Werkstück gegossen.
- Pinseln – Mehrere Schichten mit einem Pinsel aufgetragen, für dekorative Muster.
- Sprühen – Gleichmäßiger Auftrag mit einer Spritzpistole oder Airbrush.
Nach dem Trocknen der Glasur erfolgt der Glasurbrand, bei dem die Glasur schmilzt und sich mit der Keramik verbindet.
Jede Glasurtechnik verleiht der Keramik eine individuelle Optik und Haptik und beeinflusst deren Funktionalität.
Engoben
Engoben sind dünnflüssige Tonschlämmen, die zur farblichen Gestaltung von Keramikoberflächen verwendet werden. Sie bestehen aus feinem Ton oder Kaolin, Wasser und oft Farbpigmenten oder Oxiden. Engoben unterscheiden sich von Glasuren, da sie keine oder nur geringe Mengen an Flussmitteln enthalten und eine matte bis seidenmatte Oberfläche erzeugen.
AUFTRAGEN VON ENGOBEN AUF TON
Engoben werden typischerweise auf den noch lederharten oder trockenen Tonkörper aufgetragen. Es gibt mehrere Techniken, um Engoben aufzutragen:
- Tauchen – Das keramische Objekt wird in die Engobe eingetaucht.
- Gießen – Die Engobe wird über das Werkstück gegossen.
- Pinseln – Mit einem Pinsel kann gezielt gemalt oder flächig aufgetragen werden.
- Spritzen – Die Engobe wird mit einer Spritzpistole oder Zahnbürste aufgetragen, um besondere Effekte zu erzielen.
- Stempeln oder Schablonieren – Muster werden mit Stempeln oder Schablonen aufgebracht.
Nach dem Trocknen kann die Engobe durch verschiedene Techniken weiter bearbeitet werden, z. B. durch das Sgraffito-Verfahren, bei dem Muster durch Kratzen in die Engobenschicht entstehen.
BRENNEN
Engoben können unglasiert belassen oder mit einer transparenten Glasur überzogen und anschließend gebrannt werden. Der Brand erfolgt üblicherweise im Temperaturbereich zwischen 900 und 1300 °C.
Engoben sind eine vielseitige Möglichkeit, keramische Oberflächen zu gestalten, da sie intensive Farben und interessante Strukturen ermöglichen.
Keramische Malfarben (Dekorfarben)
Diese Farben enthalten farbgebende Metalloxide und werden meist auf unglasierte oder glasierte Keramik aufgetragen. Man unterscheidet:
ANWENDUNGSMETHODEN
- Unterglasurfarben (hochbrandfest, 900–1300 °C) → Werden vor dem Glasurauftrag verwendet.
- Aufglasurfarben (niedrigbrandfest, ca. 700–900 °C) → Werden auf bereits glasierte Keramik aufgetragen und nochmals gebrannt.
✅ Pinselmalerei – Auftragen von Mustern und Motiven mit weichem Pinsel.
✅ Spritz- oder Airbrush-Technik – Gleichmäßiger Farbauftrag durch Sprühen.
✅ Schablonentechnik – Verwendung von Schablonen für präzise Muster.
✅ Sgraffito-Technik – Die Farbe wird aufgetragen und anschließend teilweise abgekratzt, um Muster zu erzeugen.
Unterglasurstife
Unterglasurstifte sind spezielle Farbkreiden oder Stifte für Keramik, die auf den lederharten oder geschrühten Ton aufgetragen werden. Sie eignen sich für feine Linien, Schriftzüge oder Zeichnungen und bleiben nach dem Glasurauftrag sichtbar.
ANWENDUNG
- Direkt auf die lederharte oder geschrühte Keramik auftragen.
- Linien oder Schattierungen durch Verwischen oder Schraffieren erzeugen.
- Danach mit einer transparenten Glasur überziehen und bei der entsprechenden Temperatur brennen.
Nur Steinzeug-Glasuren und Steinzeug-Engoben für meinen Brennservice
Achte darauf, wenn du meinen Brennservice nutzen möchtest, dass die Glasur bei 1.250 Grad gebrannt werden kann und verwende für den Anfang eine flüssige Glasur. Entscheide dich, ob du eine glänzende, eine matte oder seidenmatte Oberfläche haben möchtest. Falls du Essgeschirr gestalten möchtest, vergewissere dich, dass die Glasur für Lebensmittel geeignet ist 🍴. Achte darauf, dass du Steinzeug-Engoben verwendest, wenn du meinen Brennservice zum anschließenden Glasurbrand nutzen möchtest.

Typische Anfängerfehler beim Töpfern bei der Tonverarbeitung
Verwendung ungeeigneter Tonmassen
Ich empfehle dir als Anfänger:in des Tones den Handaufbau kleinerer Gegenstände. Dazu besorgst du dir am besten einen feinschamottierten Ton mit einer Schamottierung von ca. 0,2 mm beim Keramikhandel deines Vertrauens. Ich persönlich verwende Witgert Nr. 11 sf-0-0,2. Dieser Ton ist für mich einfach zu verarbeiten und sehr geschmeidig. Ein höherer Schamottenanteil führt dazu, dass das Tonstück schneller trocknet, was das Gestalten oft behindert. Wenn dir das Töpfern gefällt, kannst du ja bei der nächsten Tonbestellung eine andere Variante ausprobieren, so lange, bis du den gefunden hast, der für dich persönlich passt.
Wenn du meinen Brennservice für Keramik nutzen möchtest, bitte darauf achten, dass der Ton über 1.250 Grad gebrannt werden kann.
Lange Fingernägel
Sorry, aus meiner eigenen Erfahrung eignen sich lange Fingernägel nicht zum Arbeiten mit Ton. Lange Fingernägel sind beim Töpfern unpraktisch, da sie das Arbeiten mit dem Ton erschweren. Um präzise und kontrolliert zu formen, wird eine direkte, flache Hand- und Fingerhaltung benötigt. Lange Nägel können dabei unerwünschte Abdrücke im Ton hinterlassen oder das Material kann sogar einreißen. Zudem besteht das Risiko, dass die Nägel abbrechen oder beschädigt werden, wenn sie ständig mit dem feuchten Ton in Kontakt kommen. Kurze Nägel ermöglichen daher eine bessere Kontrolle, mehr Präzision und Bewegungsfreiheit. Nur so kann ein einzigartiges Kunstwerk entstehen.

Unzureichendes Kneten des Tons
Nach Abschneiden eines Klumpen Tons mit dem Draht musst du das Tonstück GRÜNDLICH kneten, um Lufteinschlüsse zu entfernen und eine gleichmäßige Konsistenz zu erreichen. Am besten wirfst du den Tonklumpen auch nochmal von allen Seiten auf die Tischplatte (wie beim Hefeteig…) Vernachlässigst du den Schritt, können beim Brennen Risse auftreten oder das Werkstück kann zerbrechen.

Wandstärken der Tonobjekte
Bitte achte darauf, dass die Wandstärken von Tonobjekten maximal 1 cm betragen dürfen. Kleinere massive Teile lassen sich durch Löcher, z. B. an der Unterseite, auflockern. Massive Skulpturen sind nicht möglich oder müssen ausgehöhlt werden.
Für ein gleichmäßiges Ausrollen des Tons lege am besten zwei Holzlatten (erhältlich im Baumarkt oder Holzwerk) mit einer Stärke von maximal 1 cm links und rechts neben den Ton. Rolle den Ton dann über die Latten – so erhältst du eine gleichmäßige Plattenstärke.
Flächen müssen verdichtet werden
Ausgerollte Flächen verdichtest du zunächst mit der Gumminiere. Dazu streichst du mit der angefeuchteten Gumminiere mit leichtem Druck über den Ton. Die dabei entstandenen Luftbläschen stichst du mit einer Töpfernadel aus und streichst den Ton glatt. Erst danach kann die Platte weiter gestaltet werden.

Unsachgemäße Verbindung von Tonstücken
Ein ganz häufiger -superschade- Anfängerfehler beim Töpfern ist es, dass bereits beim Transport zu mir oder nach dem Brennen Teile eines Tonstücks abfallen, weil sie nicht richtig verklebt wurden 😭
Beim Anfügen von Henkeln, Verzierungen oder Applikationen solltest du die Kontaktflächen des Tons unbedingt anrauen, z. B. mit einer Gabel. Anschließend bestreichst du die angerauten Stellen mit Schlicker (flüssigem Ton).
So stellst du Schlicker her:
Einfach etwas Ton mit Wasser verrühren, bis eine klebstoffartige Konsistenz entsteht. Trage den Schlicker mit einem Pinsel auf die eingeritzten Stellen auf und drücke die Tonstücke fest zusammen.
Wichtig: Damit die Klebestellen beim Trocknen nicht reißen, müssen die Kanten sorgfältig versäubert werden.
✔ Bei kleinen Applikationen reicht es, den überschüssigen Schlicker mit einem Pinsel oder dem Finger zu verstreichen.
✔ Bei größeren Verklebungen solltest du eine dünne Tonwurst formen, über die Kante legen und mit einem Werkzeug glatt verstreichen.
Ohne diese Schritte können sich die Teile während des Trocknens oder Brennens lösen!

Lieber Einformen als Überformen
Um Schälchen oder andere Gefäße in die richtige Form zu bringen, empfehle ich dir als Anfängern, den Ton in das jeweilige Gefäß zu legen, anstatt ihn darüber zu stülpen. Beim Überformen besteht ein deutlich höheres Risiko für Risse, da der richtige Zeitpunkt zum Lösen des Tonobjekts von der Form entscheidend ist, damit es freistehend gleichmäßig trocknen kann.
Beim Einformen solltest du das Gefäß zunächst mit Frischhaltefolie auslegen, bevor du den Ton hineinlegst und formst. So lässt er sich nach ca. 1 Tag Trocknung im Gefäß leichter lösen.

Säubern mit dem Schwamm
Nachdem dein Tonwerk fertig gestaltet ist, glätte es sorgfältig mit einem Schwamm. Nach ein paar Tagen, wenn dein Kunstwerk bereits leicht getrocknet ist, solltest du alle Flächen mit den Fingern überprüfen und, falls nötig, verbliebene Unebenheiten vorsichtig mit Schleifpapier abschleifen.
Achte besonders auf spitze Ecken – diese solltest du möglichst abrunden. Beim Brennen verhärtet der Ton vollständig, und scharfe Kanten können nicht nur ein Verletzungsrisiko darstellen, sondern auch weniger ansprechend wirken. Ein sanft geglättetes Objekt sieht nicht nur schöner aus, sondern fühlt sich auch angenehmer an.
Hinweis für Eltern: Bitte unterstützt eure Kinder dabei, ihre Tonarbeiten vor dem Brennen noch einmal sorgfältig zu überprüfen. Achtet besonders auf spitze Kanten und Unebenheiten, um sowohl die Sicherheit als auch die Ästhetik des Kunstwerks zu verbessern.
Das Tonobjekt muss vor dem 1. Brand trocknen
Langsames Lufttrocknen der Tonkunstwerke für mindestens 1,5 Wochen
Deine Kunstwerke müssen vor dem Schrühbrand für 1,5-2 Wochen lufttrocknen, um sicherzustellen, dass keine Restfeuchtigkeit mehr im Ton enthalten ist. Der Hauptgrund dafür ist, dass sich Wasser beim Erhitzen in Dampf verwandelt. Wenn noch Feuchtigkeit im Ton eingeschlossen ist, kann dies zu schweren Schäden führen.
Gründe für die Trocknungszeit
Vermeidung von Rissen und Verformungen
Beim Trocknen verdunstet das Wasser aus dem Ton, wodurch das Objekt leicht schrumpft. Wenn Feuchtigkeit zu schnell entweicht (z. B. durch schnelles Trocknen oder einem zu schnellen Brennen), kann das zu Spannungen und Rissen führen. Es ist wichtig, den Trocknungsprozess langsam und gleichmäßig zu gestalten, um solche Schäden zu vermeiden. Ich empfehle dir, die geformten Kunstwerke für ca. 2-3 Tage zunächst mit Folie abzudecken.
Vermeidung von Explosionen im Brennofen
Wasser verdampft bei etwa 100 Grad C. Wenn noch Wasser im Ton vorhanden ist und sich schnell in Dampf umwandelt, kann dies dazu führen, dass das Werkstück explodiert und andere Keramiken im Ofen oder der Ofen selbst beschädigt werden.
Gleichmäßiges Brennergebnis
Nur vollständig trockene Werke gewährleisten ein gleichmäßiges Schrühbrand-Ergebnis, da sich die Struktur des Tons erst bei höheren Temperaturen verfestigt. Feuchte Tonstücke könnten ungleichmäßig brennen oder unerwünschte Farbveränderungen aufweisen.
Tipps für eine optimale Trocknung
Langsame Trocknung an einem luftigen Ort, aber nicht in direkter Sonne oder auf der Heizung
- Drehe deine Werkstücke regelmäßig um und decke sie mit einer Plastikfolie leicht ab, um ein zu schnelles Trocknen zu verhindern
- Test auf vollständige Trocknung: Halte das Stück an deine Wange-fühlt es sich noch kühl an, ist es nicht ganz trocken!
➡️Diese sorgfältige Vorbereitung verhindert Probleme im Brennprozess und sorgt für langlebige, hochwertige Keramikstücke.
Häufige Glasurfehler von Anfängern und deren Ursachen
✔️Wichtiger Hinweis vor dem Glasieren:
Bitte achte darauf, dass deine Hände sauber und frei von Fett oder Schmutz sind.
Vermeide es, nebenbei zu essen oder zu vespern – selbst kleinste Rückstände können das Glasurergebnis beeinträchtigen.
Tonobjekt vor dem Glasieren säubern
Nach dem Schrühbrand entsteht auf der Oberfläche von Tonobjekten oft feiner Staub, der durch den Brennprozess zurückbleibt. Dieser Staub kann die Haftung der Glasur beeinträchtigen, sodass sie ungleichmäßig aufgetragen wird oder sich beim Brennen ablöst. Eine saubere Oberfläche sorgt dafür, dass die Glasur optimal am Ton haften bleibt und ein gleichmäßiges, ästhetisch ansprechendes Ergebnis entsteht.
Zudem können kleine Rückstände oder losgelöste Partikel in der Glasur zu unsauberen Stellen oder unerwünschten Effekten führen. Durch das sorgfältige Abwischen mit einem feuchten Schwamm oder Tuch wird sichergestellt, dass die Glasur gleichmäßig aufgetragen werden kann und das fertige Werkstück eine schöne, glatte Oberfläche erhält.
Wenn du also auch als Töpferanfänger:in ein perfektes, langlebiges und hochwertig aussehendes Keramikstück anstrebst, solltest du diesen wichtigen Reinigungsschritt nicht auslassen!
Glasur gut verrühren
Für den Einstieg empfehle ich dir unbedingt Flüssigglasuren. Vor dem Gebrauch solltest du sie gründlich aufrühren und bei Bedarf mit etwas Wasser verdünnen.
Im Gegensatz zu Pulverglasuren sind sie nicht nur einfacher in der Anwendung, sondern auch gesundheitlich unbedenklicher – denn beim Anrühren von Pulverglasuren sollte eine Atemschutzmaske getragen werden.
Stellflächen säubern
Glasierte Flächen dürfen beim Brand keine Kontaktflächen berühren, da sie sonst miteinander verschmelzen und sowohl die Keramik als auch die Ofenplatte beschädigen können.
Achte daher darauf, die Stellflächen deiner Tonwerke vor dem Brand mit Wasser abzuwischen, um Glasurreste zu entfernen. Noch besser ist es, wenn auch rund 0,5 cm über der Stellfläche unglasiert bleibt.
Bitte achte darauf, diesen Hinweis bei der Abgabe deiner Kunstwerke zu berücksichtigen, wenn du meinen Brennservice nutzen möchtest. Nur so kann ich deinen Auftrag annehmen und für ein optimales Brennergebnis sorgen. 😊
Sonderfall: Allseits glasierte Tonwerke
Tonstücke, die rundum glasiert sind und zum freien Aufhängen gedacht sind – wie Anhänger, Perlen oder Kugeln mit Loch – erfordern einen speziellen Brennprozess. Da keine Glasurfläche in Kontakt mit einer anderen Fläche kommen darf, müssen diese Stücke auf die Metallstangen eines Perlenständers aufgefädelt werden. Dadurch reduziert sich jedoch die Anzahl der Objekte pro Brand, da der Platz auf den Stangen begrenzt ist.
Besonders wichtig: Im und um das Loch herum darf sich keine Glasur befinden. Andernfalls verbindet sich die Glasur mit der Metallstange, wodurch sich die Keramik nach dem Brand oft nicht mehr lösen lässt.
Bitte informiere mich vorab, wenn du meinen Brennservice nutzen möchtest, falls allseits glasierte Anhänger dabei sind. In diesem Fall erstelle ich dir ein individuelles Angebot, da der Platzbedarf im Ofen sowie der Arbeitsaufwand durch das Auffädeln auf Perlenständer deutlich höher sind als bei meinen Standard-kg-Preisen. 😊

Abgelaufene Glasur
Wenn die Glasur während des Brennens vom Werkstück abläuft, wurde sie möglicherweise zu dick aufgetragen. Eine gleichmäßige und angemessene Auftragung der Glasur sind essenziell. Achte darauf, ob eine Glasur zum Laufen neigt (steht in der Beschreibung) und berücksichtige dies beim Auftrag der Glasur und entsprechendem Abwischen für die Stellflächen.
Bitte wirf einen Blick auf meine Hinweise zum Brennservice, insbesondere in Bezug auf Garantien sowie den Schutz meiner Ofenplatten und meines Ofens. So können wir gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf sorgen. 😊
Raue Oberfläche und Kraterbildung
Eine zu dicke Glasurschicht kann zu rauen Oberflächen und Kratern in der Keramik führen. Deshalb verdünne die Glasur lieber etwas und vermische sie gut und trage lieber 2 dünne Schichten auf. Dazwischen gut trocknen lassen.
Zwischentrocknung nicht vergessen
Vor dem Brennen muss die Glasur gut durchgetrocknet sein, sonst kann es zu Rissen oder Blasenbildung kommen.
Lagerung & Transport vor dem Brand
Glasierte Stücke vorsichtig anfassen und trocken lagern, nicht übereinanderstapeln – die Glasur ist in rohem Zustand sehr empfindlich.
Fazit: Töpfern lernen ist leicht, wenn man die oben beschriebenen Fehler vermeidet!
Schön, dass du dich für das Herstellen eigener Keramik entschieden hast!
Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude beim Töpfern! Hoffentlich hattest du beim Lesen meines Artikels über typische Anfängerfehler einige Aha-Momente.
Und denk daran: Übung macht den Meister! Starte mit einfachen Formen – mit der Zeit wirst du genug Erfahrung sammeln, um auch anspruchsvollere Techniken zu meistern.
Wenn du aus dem Kreis Tübingen kommst, kannst du, wie erwähnt, gerne nach Absprache meinen Brennservice in Mössingen (Baden-Württemberg) nutzen.
📩 So erreichst du mich: Am besten per E-Mail an melanie@heartmade4home.de
ℹ️ Weitere Infos: Auf meiner Homepage findest du alle Details zu meinem Brennservice sowie die dazugehörigen FAQ:
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Vielen Dank für diese tolle Anleitung. Sie bildet den perfekten Einstieg in die Welt des Töpferns. Sehr gut zur Fehlervermeidung und Vorbeugung
Eine sehr gute Anleitung. Alles ist genau erklärt und verständlich dargestellt. Folgt man den einzelnen Schritten geht nichts schief und bereitet Freude.